Rationalismus und Transzendenz

Die Rationalität ist der Garant für das Denken. Man hat oft den Eindruck, dass, um zu gewissen verborgenen oder mystischen Dimensionen der Realität vorzudringen, man auf den Rationalismus verzichten muss. Die Urpsychologie macht eine gegenteilige Feststellung: Die Rationalität ist ein integraler Bestandteil des Denkens auf intellektueller Ebene; sie verhindert keinesfalls zum Transzendenten vorzustoßen, sofern sie nicht vom Ego besetzt ist.

Mit anderen Worten: Wenn die Mehrheit der Esoteriken ein Abstandnehmen vom Verstand befürwortet, um höhere Fähigkeiten zu entwickeln (z.B. der Tantrismus), dann ist es, weil der Verstand generell vom Ego besetzt ist, welches in der Tat mit Liebe und spiritueller Dimension unvereinbar ist. In Wirklichkeit stört ein klares Denken den Zugang zum Transzendenten keinesfalls, es ist sogar notwendig wie bei jedem Vorgehen, welches das Bewußtsein betrifft. Ein Kampf gegen das Denken lässt einen eher im Ego verharren.

Dasjenige, was eliminiert werden muss, sind die egozentrischen parasitären Ausschweifungen des Denkens: Machtwillen, Konkurrenzverhalten, Besitzverhalten, Hochmut, Begierde, Schande, Selbstrechtfertigung, Vorwurf, Groll, usw.