Eine wahrhaft aufgeblühte Sexualität

Eine aufgeblühte Sexualität ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Faktoren für Gleichgewicht, Glück und Kreativität. Dessen sind sich die Psy aller Art einig.

Die Frage ist zu wissen, was wirklich eine „aufgeblühte Sexualität“ bedeutet. Kann ein Homosexueller eine solche tatsächlich haben? Können eheliche Verbindungen mit ihren wiederholten Kontakten sie entfalten lassen wie es die Natur vorgesehen hat? Ist das menschliche Wesen für Paarverhalten gemacht? Ist Bisexualität, von Freud als fundamental erachtet, eine Perversion oder eine angeborene natürliche Funktion? Warum rufen Triebe des Fremdgehens systematisch Eifersucht, Ängste und Schmerzen hervor und zerstören sogar Leben?

Die Fragen sind zahlreich, die Antworten oft schwammig und widersprüchlich. Die Psychologen bieten dem Problem selten die Stirn. Indem sie die unbewußten Geheimnisse erforschen, führen die Psychoanalysten die Schwierigkeiten des Erwachsenen auf Traumata in der Kindheit zurück. Die Dichter besingen die Schönheit der Liebe, übergehen dabei aber sorgfältig die physiologischen Aspekte…

Die Urpsychologie weist keine dieser Herangehensweisen zurück, aber sie fügt ihnen zwei essenzielle, im Allgemeinen verschleierte Fragen hinzu: Wie sieht eine natürliche Sexualität aus, die in Einklang mit der genetischen Programmierung unserer Psyche ist? Es gibt zweifellos eine ganze Bandbreite an Verhaltensweisen, die sich von einer in unserem Genom eingeschriebenen Basis ableiten lassen, ebenso wie tausende Sprachen sich anhand einer universellen Grammatik herausdifferenziert haben. Es wäre aber wichtig die gemeinsamen Nenner dieser verschiedenen Möglichkeiten zu kennen, um zu wissen, wo die wirklichen Bedürfnisse und Potentiale der menschlichen Natur liegen.

Die zweite Frage: Kommen die Probleme, die wir in unserer Kultur in Bezug auf die Sexualität antreffen, nicht einfach von einem zu weiten Auseinanderklaffen zwischen den angenommenen, durch die herrschenden Stereotypen bestimmten Verhaltensweisen und den natürlichen?

Davon lassen sich eine Serie weiterer Fragen ableiten: Wären die natürlichen Verhaltensweisen mehr oder weniger aggressiv als die gängigen? Viele Tiere pflanzen sich ohne das geringste Zeichen von Zärtlichkeit fort… also: ist es natürlich Liebesgefühle mit Sachen des Fleisches zu mischen? Und umgekehrt: Ist es natürlich den Sex mit unseren Liebesgefühlen zu mischen? Würde sich eine natürliche Sexualität auf einfache für die Fortpflanzung nötige Manöver beschränken, oder würde sie im Gegenteil von einer Vielfaltigkeit der Beziehungen und Reichhaltigkeit der Emotionen profitieren? Schulden wir den Polymorphismus unserer sexuellen Phantasien der Kultur… oder hat sie hingegen einen ganzen Teil davon ausradiert?

Eine andere große Frage besteht darin, wissen zu wollen, welcher Zusammenhang zwischen den sexuellen (polymorphen) Trieben und der spirituellen Dimension besteht. Bestimmte Primitive (Trobriander gemäß Malinowski) mischen systematisch Liebe und Magie. Sie hören aufmerksam auf Träume, Visionen oder Wahrsagen, um zu erfahren, wie sie ihre Liebesbeziehungen führen sollen. Befinden sie sich in Illusion und Phantasien, oder sind wir selbst in Illusion verstrickt mit unserem rationalistischen Herangehen? Haben wir eine entscheidende Dimension in Sachen Liebe verloren?

Impotenz z.B. wird im Allgemeinen entweder physiologischen oder psychologischen Störungen zugeschrieben. Müssten wir uns nicht fragen in welchem Maß sie eine unbewusste natürliche Reaktion gegen die Fehler, die wir bei unserer Art Sexualität begehen, darstellt? Wir gehen von der Idee aus, dass die Sexualität wiederholbar ist und am Besten innerhalb eines Paares gelebt wird. Entspricht das aber wirklich unserer genetischen Programmierung? Verlieren wir dabei nicht gerade die „magische“ Dimension der Liebe, ohne die sie ihre transzendente Bedeutung verliert?

Angesichts des Durcheinanders der aktuellen Erkenntnisse in dieser Materie und im Gefolge von Fragen ohne Antworten, die sich daraus ergeben, geht die Urpsychologie dreifach vor:

1. eine soweit wie mögliche Abstraktion von Vorurteilen, Stereotypen, moralischen Vorschriften, persönlicher Begierden usw. vornehmen, um auf einer neutralen und objektiven Basis darüber zu reflektieren. 2. die Fakten beobachten, ohne dabei diejenigen zu vernachlässigen, die Ideen und Theorien widersprechen könnten, welche die Urpsychologie schon entwickeln konnte. 3. die Basis selbst des Dispositivs der herrschenden Sexualität in Frage stellen und zu versuchen auf die entscheidende Frage zu antworten: Wie sähe eine natürliche, den angeborenen Gegebenheiten entsprechende Sexualität aus?

Verschiedene im Ausbildungskurs dargelegte Methoden können auf diese Frage antworten, von der dann der ganze Rest abhängt. Es wird also leichter zu verstehen, warum Verhaltensweisen und Situationen, die uns kulturell normal erscheinen, im Widerspruch mit unseren tiefen Sehnsüchten sind. Es ist leichter die Ausdrucksbedingungen zu schaffen, die in Harmonie mit diesen tiefen Sehnsüchten sind. Leichter wäre es auch jegliches Verlangen ruhen zu lassen, wenn die Bedingungen für eine Verwirklichung nicht günstig sind (Moral, Kluft, Eifersucht, Gesetzgebung usw.).

In der Mehrheit der Situationen erlauben die dank Hellsehens oder Wahrsagens erhaltenen Botschaften, die Schwierigkeiten zu beheben und der Sexualität ihre wesentlichen Funktionen wie Lebensfreude, kreative Intuition, übersinnliche Entwicklung, spirituelle Evolution – und manchmal Fortpflanzung – wiederzugeben.