Ein revolutionäres Konzept des Menschen und des Kosmos

Ist es übertrieben von einem revolutionären Konzept zu sprechen?

Wie man es aus der Mathematik kennt, muss man, wenn man ein Axiom wechselt, die ganze Theorie ändern. Das Bild, welches wir von der Welt und vom Menschen haben, die gesamten wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnisse, all unsere Denkschemata, Gewissheiten, Glaubenssätze und Vorstellungen sind auf unserer Wahrnehmung der Realität gegründet.

Bei unseren Lebens- und Kulturbedingungen aber fehlt dieser Wahrnehmung eine essenzielle Komponente: die übersinnliche Wahrnehmung. Uns fehlt auch das Wissen um die Wege, die erlauben dahin zu kommen. Wir sind also in einem System eingeschlossen wie Blinde, die nicht wissen, dass es so etwas wie Sehen gibt und warum sie es verloren haben.

Die Urpsychologie füllt diese Lücke, indem sie die natürliche Verbindung zwischen Liebe und Erwerb übersinnlicher Fähigkeiten wiederherstellt. Es erweist sich, dass diese Fähigkeiten für jedermann zugänglich sein sollten. Eine andere Wahrnehmung der Realität würde somit von allen Individuen geteilt werden. Ein frühkindlicher Zugang zu den Archetypen würde zu einer anderen Konzeption des Wesens, des Lebens, der Göttlichkeit und selbst von Raum und Zeit führen.

Alle Humanwissenschaften sind betroffen. Das Dispositiv des aktuellen Wissens, welches auf einer Leugnung der transzendenten Dimension aufgebaut ist (Reduktionismus) oder auf seiner Vereinnahmung durch die monotheistischen Religionen, muss völlig neu gestaltet werden, wobei man die verschleierte oder schlecht verstandene Komponente mit ihren zahlreichen Auswirkungen in Betracht ziehen muss.

Alles was die Kommunikation betrifft, sollte überdacht werden, indem man beachtet, dass es eine transzendente Informationsübertragung gibt, welche alle denkenden Wesen vereinen könnte. Die Soziologie muss also alles, was über interindividuelle Beziehungen und Gruppenverhalten (Führerschaft, Massenpsychose, Sozialsinn, Vorurteile usw.) gesagt wurde, überdenken. Die Linguistik muss revidiert werden, was den Ursprung der Konzepte und die Art des Zusammenhangs zwischen den Wörtern und ihrer Inhalte betrifft; die Prosodie könnte besonders eine nicht materielle Kommunikation abdecken.

Die gesamte Psychologie mit ihren verschiedenen Schulen braucht ebenfalls eine Grundüberholung.

Die biologischen und evolutionistischen Erklärungen erweisen sich als unvollständig, die Quelle von Trieben und Instinkten kann Komponenten metaphysischer Art enthalten. Selbstbeobachtung und empirische Beobachtung erweisen sich als gestört, in Folge der Verdrängung ihrer metapsychischen Komponenten; ihre Interpretation beruht ebenfalls auf einem nicht stichhaltigen Dechiffrierungsraster. Man muss von Grund auf selbst die Vorstellung vom psychischen Funktionieren überarbeiten, besonders, was die Inhalte und Mechanismen des Unbewußten betrifft.

Die Anthropologie muss die Rolle der übersinnlichen Dimension bei der Mehrzahl der sogenannten primitiven Kulturen ernstnehmen; anstatt die Eingeborenen zu verachten, weil sie fließend Telepathie, Traumdeutung, Hellsehen oder Wahrsagen praktizieren, sollten sie ihnen eine Überlegenheit gegenüber den Forschern zuerkennen, die vom reduktionistischen Rationalismus geprägt sind. Anstatt Animismus und Schamanismus in ein Durcheinander von Aberglauben einzuordnen, muss das Funktionieren dieser traditionnellen Gesellschaften objektiv analysiert werden, unter In-Betrachtziehen der Mängel des westlichen Dechiffrierungsrasters und unserer beschränkten Wahrnehmung des Kosmos.

Die Philosophie muss ebenfalls ihre Meinung ändern und die Schwierigkeit, die Stellung des Menschen im Universum durch ein metaphysisches Herangehen zu erklären mit dem Verlust der übersinnlichen Wahrnehmung und der Welt der Archetypen in Zusammenhang setzen.

Die Politik entspringt direkt einer Machtkonzeption, welche sich ganz und gar verändert, wenn jedes Individuum selbst oder mit Hilfe seiner Nächsten Zugang zur transzendenten Dimension hat. Jeder verfügt über eine natürliche Führung, die jegliche Abhängigkeit, von was für immer auch einem Bewußtseinsführer, vermeidet. Die religiöse Macht kann sich nicht so installieren, wie das der Fall ist, wenn die Menschen nur den Glauben als Hilfsmittel haben.

Gleichermaßen verliert die demokratische weltliche Macht ihre Daseinsberechtigun gegenüber der Selbstbestimmung des Individuums, das nicht länger die Tendenz hat sich einem Dritten zu unterwerfen, um sich sicher zu fühlen. Der Dipol Schutz – Dominanz hat nicht mehr dieselbe Gewichtung, wie das bei Individuen der Fall ist, die allein auf mentale Entscheidungen mit ihren daraus resultierenden Ängsten angewiesen sind. Somit erwächst eine Art von „erleuchteter Demokratie“, die bei weitem weniger Risiko hat in Despotismus abzugleiten wie eine erleuchtete Monarchie und wie die klassische Demokratie, welche den Zufälligkeiten der Mehrheiten und den Abirrungen der Volksrepräsentanten ausgeliefert ist.

Die Humanwissenschaften müssen ihr Forschungsfeld erweitern, indem sie nicht nur die konventionellen molekularen und genetischen Gegebenheiten berücksichtigen, sondern ebenfalls mögliche Interaktionen zwischen transzendenten Inhalten und möglicher Bildung von infinitesimalen Strukturen. Das könnte auf recht unerwartete Weise das Problen der Entstehung des Lebens lösen, wie es z.B. die auf Molekularbiologie angewandte Quantentheorie erahnen lässt. Die ADN wäre nicht mehr ein einfacher genetischer Code, welcher die Synthese der verschiedenen lebensnotwendigen Proteine sichert, sondern eine Schnittstelle zwischen der bereits vorhandenen Welt der Archetypen und ihrem biologischen Ausdruck.

Selbst die physikalischen Wissenschaften könnten in Frage gestellt werden. Sie gründen sich auf Phänomene, die mit den gewöhnlichen Sinnen und unserem intellektuellen Verständnis von Raum-Zeit erfassbar sind. Gibt man zu, dass noch andere Phänomene existieren, allgemein zugänglich durch übersinnliche Wahrnehmung, müssten viele Widersprüche oder Besonderheiten der aktuellen Herangehensweisen auf der Basis einer zusätzlichen reellen und zugänglichen Dimension überdacht werden. Das gilt für die sofortige Informationsübertragung zwischen Partikeln (Photonenspin), den Begriff des schwarzen Lochs, die Theorie des Big Bang, für die Raumorientierung (Gleichungen nach Maxwell), die Antimaterie…

Kurz: Der Übergang von einem reduktionistischen Paradigma zu einem Paradigma, welches das Übersinnliche in unsere Realitätswahrnehmung integriert, würde zwangsläufig einen epistemologischen Umsturz ohnegleichen des gesamten Wissensdispositivs, des elementaren gesunden Menschenverstandes bis in die am meisten ausgearbeiteten Wissenschaften hinein zur Folge haben.Von einer Revolution zu sprechen ist bestimmt nicht übertrieben…