Ein pionierhaftes Herangehen

Die Urpsychologie ist wirklich ein pionierhaftes Herangehen: Sie entwickelt ein ganzes Bündel von Begriffen, die der Wissenschaft und unserer westlichen Kultur entgehen.

Ihr Ziel ist nicht wie das der klassischen psychologischen Herangehensweisen, das Verhalten des menschlichen Wesens zu beobachten und daraus allgemeine Gesetze abzuleiten, um dann zu versuchen die individuellen Probleme zu lösen, indem sie das Individuum zur Norm zurückführt.

Sie ist vorallem ein Werkzeug zur Erforschung und Befragung. Angesichts jeglichen individuellen oder kollektiven Problems fragt sie nicht nur nach der Verhaltensweise des Einzelnen in Bezug auf die Norm, sondern vor allem danach, ob die Norm wohlbegründet ist und welche unnatürlichen Zwänge durch ihr Wertesystem ausgeübt werden, die dann Probleme beim Individuum hervorrufen. Auf die Frage: „Warum weicht die und die Person von einem normalen Verhalten ab?“ stellt sie sofort eine Gegenfrage: „Befindet sich dieses angebliche Normalverhalten im Einklang mit der menschlichen Natur und seinen genetischen Potentialen?“

Angesichts einer aggressiven Tendenz, würde es z.B. nicht nur darum gehen die Ursachen der Störung in den individuellen Geschehnissen der Vergangenheit zu suchen, sondern sich zu fragen in welchem Ausmaß haben der Gesellschaft eigene Glaubenssätze und Zwänge ihrer Entstehung Vorschub geleistet, und vor allem: Was sind die ursprünglichen Gründe dieser Glaubenssätze und Zwänge?

In Ermangelung eines allgemeinen Fehlens von übersinnlichen Fähigkeiten in unserer Gesellschaft, einer Ursache für bedeutende Frustrationen und Ängste, würde die Befragung nicht nur die Lebensbedingungen und die Kindheit der Individuen betreffen, sondern auch kulturelle Faktoren, welche eine potentielle mediale Begabung, wie sie bei jedem Kind vorhanden ist, untergraben könnten, wie auch den biologischen, neurologischen oder historischen Ursprung dieser Faktoren.

Dieses Herangehen mündet in einem fundamentalen und im Prinzip erschöpfenden In-Frage-Stellen des Wertesystems, ebenso wie in einer Analyse der persönlichen Schwierigkeiten. Es erlaubt zu den Anfangsursachen der existenziellen Probleme zurückzukehren, indem es ein den eigentlichen Gegebenheiten der menschlichen Natur konformes Wertesystem definiert.

So eine Forschung wurde bis heute noch nicht durchgeführt. Sie würde das kulturelle Joch, unter dem die existenziellen Schwierigkeiten gedeihen, ebenso wie die Teufelskreise sprengen, in denen das Duo Religion/Materialismus die Welt gefangen hält. Man kann so mit allem Recht behaupten, dass es sich um ein pionierhaftes Vorgehen handelt.