Die Ernährung

ine natürliche Ernährung ist von allen Gesichtspunkten her betrachtet sicherlich besser. Aber wie ernährt man sich wirklich natürlich?

Das ist eine Ernährung ohne Kunstgriffe, so wie sie uns von der Natur angeboten wird, und die den physiologischen Gegebenheiten unseres Organismus entspricht. Alles lässt darauf schließen, dass unsere Verdauungs- und Stoffwechselmerkmale sich vor allem an die Ernährung unserer Urahnen angepasst hatten. Diese Anpassung reicht in weit zurückreichende Zeiten, während derer die natürlichen Selektionsgesetze schwächere Organismen eliminieren konnten. Dann hat der Mensch allerlei Kunstgriffe erfunden, die seit einigen Jahrhunderten in der Ausarbeitung immer raffinierterer Küchenrezepte gipfeln. In den letzten Jahrzehnten sind die Kunstgriffe von Chemie und Ernährungsindustrie hinzugekommen.

Es stellt sich somit die Frage an welche Etappe in dieser Geschichte der Ernährung wir am besten angepasst sind. An eine ursprüngliche Ernährung (in unseren Tagen unmöglich, da die Ernährungspflanzen sich zwischenzeitlich verändert haben), an eine ins Mittelalter zurückreichende Ernährung oder eine modernere Ernährung, der die Diätetik einige Rohköstlichkeiten hinzufügt, um uns der Natur anzunähern? Das Problem ist sehr komplex und nur eine empirische Erfahrung erlaubt es zu durchdringen. Eine solche Erfahrung ist aber deontologisch schwierig, da man die Menschen nicht zu einer bestimmten Ernährungsform bringen kann, die lange genug durchgeführt wird, um daraus signifikante Schlussfolgerungen ziehen zukönnen.

Das Problem verdient eine vertiefte Beschäftigung, weiss man, dass es um unsere Gesundheit geht und vielleicht auch um unser psychisches Funktionieren. Für den Augenblick können wir uns an Teilerfahrungen natürlicher Regime inspirieren, wie die Rohkostdiäten und parallel dazu an den Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft. Man weiss heute, dasszahlreiche Moleküle in unserer täglichen Ernährung, schädliche Eigenschaften haben. Indem wir diejenigen mit der höchsten Konzentration daran vermeiden, können wir schon einen Teil der Störungen vermeiden, an dem sie schuld sind. Diese Fragen werden im Detail im Unterrichtskurs behandelt.

Der Begriff natürliche Ernährung betrifft ebenfalls die Art zu essen. Ein gutes Einspeicheln und gutes Kauen sind günstig für die Verdauung. Aber es ist möglich, dass andere weniger bekannte Faktoren noch mitspielen. Die evolutive Ökopsychologie macht uns auf eine transzendente Dimension aufmerksam, die in unserer Psyche wie auch im Universum im Allgemeinen präsent ist. Man sollte folglich jedes Nahrungsmittel nicht nur unter dem Aspekt molekularer Strukturen und seines Ernährungsbeitrags auf biochemischen Niveau sehen, sondern auch als eine transzendente Energie, die es transportieren kann und deren Auffangbecken wir sind.

Es ist wahr, dass der Geschmack einer Frucht z.B. eine sehr unterschiedliche Dimension annimmt, je nach dem, ob man sie kaut und eilig herunterschlingt, oder ob man sich die Zeit nimmt den Geschmack einzufangen und ihn sich in seiner ganzen Bandbreite am Gaumen entfaltenzulassen. Es entsteht da soetwas wie ein magisches Phänomen als ob man in Syntonie mit einem Wunder des Universums gerät. Ein wenig wie wenn Liebe unsere Brust erfüllt und wir den Eindruck haben auf Flügeln ins Universum zu entschweben. Man kann in beiden Fällen von Extase sprechen, wobei dieses Wort bedeutet, dass man aus dem banalen Bewusstseinszustand heraustritt, um in einen anderen überzutreten, in Zusammenhang mit übermateriellen Werten. Ein interessantes Detail: Im Französischen haben wissen = „savoir“ und Geschmack = „saveur“ dieselbe Etymologie.

Wie dem auch sei, ein epistemologisches In-Betrachtziehen einer transzendenten Dimension des Kosmos, setzt eine tiefgreifend Revision all unser Schemata und Repräsentationen sowohl im allgemeinen als auch auf wissenschaftlichem Niveau voraus. Der Geschmack einer Frucht kann nicht einfach auf ein simples chemisches Signal zurückgeführt werden. Jenseits eines molekularen Prozesses, kannsehr gut etwas Subtileres, Essenzielleres existieren. Die Unmöglichkeit diese übersinnliche Dimension wahrzunehmen, könnte selbst die Boulimie erklären.

Die Erfahrung zeigt, dass die Art zu essen mehr Bedeutung hat, als man im Allgemeinen glaubt. Def Gaumenfreude und der Fülle des Magens fügt sich offensichtlich eine spirituelle Fülle hinzu. Die Nahrungsmittel können nicht nur unseren Körper, sondern wohl auch unseren Geist ernähren wie das auch Liebe oder Kontemplation vermögen, glaubt man den Weisen…