Das Wiederentdecken der natürlichen Gestze der Liebe

Bevor wir davon sprechen sie wiederzuentdecken, muss man sich fragen, ob es natürliche Gesetze der Liebe gibt, ob diese Gesetze von denen unserer Kultur verschieden sind und wenn ja, wie man sie wiederentdeckt.

Die Natur wird im Allgemeinen von einer großen Harmonie charakterisiert, besonders was die physiologischen und psychologischen Funktionen anbelangt. Die Pathologie wird in der Tat durch einen Bruch der natürlichen Harmonie definiert, der als Begleiterscheinung Malaisen oder Leiden nach sich zieht.

Wendet man dieses Generalprinzip auf die Liebe an (und die Sexualität, die eng mit ihr verbunden ist), so muss man gezwungener Maßen zugeben, dass die Harmonie weit davon entfernt ist zu herrschen, wie das bei anderen Funktionen der Fall ist. Ist doch alles gestört Das häufige Auftreten von Leid und Frustration gibt im Gegenteil zu bedenken, dass die Art mit der wir sie leben sich von den Naturgesetzen entfernt hat. So ist es venünftig nach eventuellen, vielleicht sogar pathogenen Störfaktoren zu fragen, die die natürliche Harmonie zerstört haben und nach Mitteln, um sie wieder herzustellen.

Es gibt verschiedene Wege. Der erste besteht darin eine Inventur der Leiden und Frustrationen vorzunehmen und versuchen die Ursache durch eine Analyse der Situationen, die sie erzeugt haben, zu finden. Unter den Faktoren, die in Betracht gezogen werden müssen, findet man vor allem:

– Dissonanzen zwischen den Gefühlen der Partner

– Dissonanzen zwischen den sexuellen Wünschen

– Untreue und Eifersucht

– das Gefühl in der Beziehung eingesperrt zu seine

– sexuelle Müdigkeit

– Intoleranz auf Unterschiede des anderen

– bestimmte moralische Verbote

– eine den geltenden Stereotypen kontraire Polarisierung

– sexuelle Aggressionen

Wir stehen vor einer Gesamtheit an Dysharmonien, die zumindest theoretisch verschwinden müssten, geht man zu ihren Ursachen zurück. Das konfrontiert uns mit einer gehörigen Ermittlungsarbeit, welche erlaubt die Ähnlichkeiten der Leidenssituationen (oder zwischen Liebessituationen ohne Leiden) miteinander in Zusammenhang zu bringen. Ein bereits erforschter Weg ist der der Psychoanalyse, die im Unterbewussten Traumas aus der Kindheit sucht, die einen freien Ausdruck der Triebe verhindern. Trotzdem hat die Psychoanalyse nicht die sozialen Faktoren in Frage gestellt, besonders die Moral, die sie nicht auf widernatürliche und pathogene Aspekte geprüft hat. Sie war dazu nicht in der Lage, wegen eines fundamentalen Grundes: Sie postuliert nach Freud, dass die Sexualität, was ihren nicht reproduktiven Teil anbelangt, als Ziel Lustgewinn hat. Es handelt um einen schwerwiegenden Irrtum, aus dem einfachen Grund, dass kein Instinkt als Ziel reinen Lustgewinn hat. So ist es nicht verwunderlich, dass sie die Probleme nicht in befriedigender Weise lösen konnte und die Vorteile, die man daraus ziehen kann sehr partiell bleiben.

Ein dritter Weg ist derjenige der Esoterik: Suche die Lösungsschlüssel für die Probleme in dem, was in der Vergangenheit gesagt oder gelehrt wurde, z.B. in den Märchen! Ein wichtiges Element auf diesem Gebiet wird durch die berühmten Triptychen des Hieronymus Bosch beigesteuert. Man findet da tatsächlich all die Regeln eines „Heiligen Eros“, die erlauben die höheren Bewustseinsebenen zu erschließen, parallel dazu die Beschreibung der meist durch die herrschende Moral verursachten Fehler, die unser Leben in eine Hölle verwandeln. Bosch gibt uns insbesondere die Antworten auf die Fragen, die man sich zu den ursprünglichen Ursachen der Schwierigkeiten stellen kann, die, wie bereits beschrieben, in Liebesbeziehungen auftauchen können.