Analytisches Herangehen und metapsychisches Herangehen

Wir sollten uns vor allen Dingen fragen, warum diese zwei Domänen inkompatibel erscheinen. Wir haben da einerseits die intellektuelle Analyse, der sich der Psychologe oder Psychoanalytiker widmet und andererseits das metapsychische Herangehen. Hätten wir beide in der Kindheit entwickeln können, indem wir lernten, die Nüchternheit des Denkens mit einer Bewusstseinsöffnung für das Transzendente zu verbinden, es wäre alles anders.

Unsere Art Kultur verschärft im Gegenteil die Spaltung dieser zwei Aspekte des Bewusstseins. Der Verlust des Übersinnlichen, der von Jahrhunderten, wenn nicht von Jahrtausenden herrührt (wo Schamanen und Propheten auftauchten, um die verlorene Kommunikation wiederherzustellen), erzeugt eine unbewusste Angst. Der Mensch fühlt sich verloren in einer Welt, deren Sinn er nicht mehr versteht, er weiß weder wofür er lebt, noch auf was er sich stützen könnte, um Entscheidungen zu treffen. Der Tod erscheint ihm wie ein absolutes Ende, welches zu einer existentiellen Angst führt, die all seine Handlungen und Emotionen unterminiert.

Unsere moderne;Kultur reagiert darauf mit einer Verdrängung dieses Verlustes und einer Verleugnung jeglicher Realität, die jenseits des Materiellen liegt. Sicherlich sind noch einige Relikte davon in Religion, Esoterik oder sogar Aberglauben zu finden, die dazu entstanden sind, den Zugang zum Göttlichen oder Magischen wiederzufinden. Diese werden aber durch die Tatsache benachteiligt, dass sie den natürlichen Zugang zum Übersinnlichen nicht klar bestimmen konnten, vielleicht weil sie das wissenschafltiche Material nicht hatten, um das Problem der Ernährung und ihrer Wirkungen auf das Nervensystem und das Funktionieren der Psyche zu lösen. In Ermangelung eines Besseren überinvestieren wir ins Rationale, was gleichzeitig ein Erklärungs- und Lösungsversuch der Mangelsituation sein soll.

Die einfache Tatsache, den natürlichen Zugang zum Übersinnlichen wiederzuerlangen, wie das die Evolutive Ökopsychologie (EPE) erlaubt, lässt das Mangelgefühl verschwinden und hebt spontan die Spaltung zwischen dem Rationellen und dem Transzendenten auf. Man entdeckt nach und nach, wie diese zwei Realitätsaspekte ständig miteinander kooperieren und harmonisieren. Besser ausgedrückt wäre, dass man die fundamentale Bewusstseinseinheit wiederentdeckt, die irgendwie der Dreh- und Angelpunkt zwischen den beiden Dimensionen ist, und gleichzeitig die fundamentale Einheit des Kosmos, die nur unsere mangelleidende Psyche in zwei Aspekte trennt.

Die dadurch entstehende Metamorphose erlaubt, gleichzeitig Kreativität, Erfindungsreichtum, Toleranz, Offenheit, Geduld und andere Eigenschaften, von denen unsere praktische und spirituelle Effizienz abhängt, zu entwickeln. Handlungs- , Urteils- und Entscheidungsfähigkeit werden tatsächlich von denselben subtilen Energien gespeist wie Intuition und übersinnliche Fähigkeiten, die gleichzeitig als inspierende und führende Instanzen wirken.