Alle Wissenschaften sind betroffen

Sobald man behauptet, dass der Zugang zu einer übersinnlichen Dimension zum normalen Funktionieren der menschlichen Psyche gehört, müssen alle mit dem menschlichen Wesen verbundenen Wissenschaften, die auf der Verneinung dieser Dimension aufgebaut wurden, in Hinblick auf ihre verschleiernden Komponenten mit ihren vielfachen Konsequenzen, überarbeitet werden.

Alles, was die Kommunikation betrifft, muss überdacht werden, indem man einer transzendenten Informationsübertragung Rechnung trägt, die alle denkenden Wesen vereinen kann und ohne die üblichen Sinne funktioniert. Die Soziologie muss also alles, was über interindividuelle Beziehungen und Gruppenverhalten (Führerschaft, Massenpsychose, Sozialsinn, Vorurteile usw.) gesagt wurde, überdenken.

Die Anthropologie muss die Rolle der übersinnlichen Dimension bei der Mehrzahl der sogenannten primitiven Kulturen ernstnehmen; anstatt die Eingeborenen zu verachten, weil sie fließend die Telepathie, Traumdeutung, Hellsehen oder Wahrsagen praktizierten, sollten sie ihnen eine Überlegenheit gegenüber den Forschern zuerkennen, die vom reduktionistischen Rationalismus geprägt sind. Anstatt das Problem zu verschleiern, muss man das Funktionieren dieser traditionnellen Gesellschaften objektiv analysieren, unter In-Betrachtziehen der Mängel unseres Dechiffrierungsrasters.

Die Philosophie muss ebenfalls ihre Meinung ändern und die Schwierigkeit, die Stellung des Menschen im Universum durch ein metaphysisches Herangehen zu erklären, mit dem Verlust der übersinnlichen Wahrnehmung und der Welt der Archetypen in Zusammenhang setzen, usw.

Die biologischen Wissenschaften müssen ihr Forschungsfeld erweitern, indem sie nicht nur die molekularen Gegebenheiten und die konventionelle Genetik in Betracht ziehen, sondern auch die möglichen Interaktionen zwischen transzendenten Inhalten und den Möglichkeiten der Organisation von infinitesimalen Strukturen als Folge einer archetypalen Information. Das könnte auf sehr unerwartete Weise das Problem der Entstehung des Lebens lösen, wie es schon die Quantentheorie auf molekularbiologischer Ebene erahnen lässt.

Auch die geographischen Wissenschaften könnten dazu gebracht werden gewisse geologische oder meteorologischen Ereignisse nicht nur dem Zufall zuzuschreiben, sondern Kräften, die einer rationellen Analyse entgehen, wie es die Theorie der Synchronizität von Jung und Pauli schon andeutete.

Selbst die physikalischen Wissenschaften müssen in Frage gestellt werden. Sie gründen sich auf Phänomene, die mit den gewöhnlichen Sinnen und unserem intellektuellen Verständnis von Raum-Zeit erfassbar sind. Gibt man zu, dass noch andere Phänomene existieren, zugänglich durch erwiesene übersinnliche Wahrnehmung, welche die Raum-Zeit-Dimension überschreiten, müssten viele Widersprüche oder Besonderheiten der aktuellen Herangehensweisen auf der Basis einer zusätzlichen reellen und zugänglichen Dimension überdacht werden. Das gilt für die sofortige Informationsübertragung zwischen Partikeln, den Begriff des schwarzen Lochs, der Theorie des Big Bang…

Kurz: Der Übergang von einem reduktionistischen Paradigma zu einem, welches eine transzendente Dimension integriert, wäre mit einem völligen Durcheinanderbringen der Epistemologie verbunden. Man kann die Trägheit der wissenschaftlichen und kulturellen Welt verstehen, angesichts eines so tiefgreifenden Wechsels. Das gesamte konventionelle Erkenntnissystem müsste auf neuen Grundlagen rekonstruiert werden.