Aberglauben

Wo kommt das Bedürfnis zu glauben her, welches aus den Leuten Opfer aller möglichen Scharlatane, Amulettverkäufer und anderer Lieferanten irrationellen Glaubens macht? Ist es das Bedürfnis uns in ein magisches Universum zurückzuziehen, um die naiven Sehnsüchte der frühen Kindheit zurückzuerlangen? Um einer Realität zu entkommen, die zu geizig mit Befriedigungen und menschlichem Kontakt ist? Animistische Phantasmen schlummern noch in uns, trotz des Zivilisationsfortschritts…

Diese Erklärungen tragen nicht der existenz einer sehr reellen übernatürlichen Dimension Rechnung. Sie kommen von einer reduktionistischen Sichtweise des Universums, die vor allem jedes nichterklärbare oder den Gesetzen der Materie nichtkonforme Phänomen verneint. Man braucht deswegen nicht gleich ins völlige Gegenteil zu verfallen und von vorneherein zu glauben, dass jedes mit einem übernatürlichen Anschein eingefärbte Phänomen authentisch wäre. Zwischen diesen Extremen ist ein Gleichgewicht schwierig.

Beispiel: Hat ein Glücksamulett tatsächlich einen positiven Einfluss? Die rationnelle antwort lautet „nein“, angesichts der Tatsache, dass es keinen Zusammenhang zwischen Ursache und wirkung von Amulett und den Unwägbarkeiten des Schicksals gibt. Dies Denkweise könnte jedoch falsch sein, insofern als die Gegenwart des Amulettes bei seinem träger zu einer anderen Geisteshaltung führt. Es von einer Person, die man liebt erhalten zu haben z.B., kann gewisse metapsychische Kanäle öffnen, sowie auch die Liebe und die Intuition nähren; also die guten Entscheidungen begünstigen und Glück bringen.

Ebenfalls schliesst nichts aus, das ein Objekt ein Behältnis für gewisse transzendente Energien sein kann. Die erstaunliche Stichhaltigkeit des I-Gings , mit Münzen durchgeführt, zeigt, dass es einen Einfluss des Geistes auf die Materie gibt.

Am Besten ist es jedoch vorsichtig in der Beurteilung eines authentischen oder scharlertanmäßigen Charakters aller Arten von sogenannten Aberglauben zu sein. Man sollte sich daran erinnern, dass unsere Objektivität zwischen zwei widersprüchlichen Tendenzen schwankt: einem Bedürfnis mit was für einer Unterstützung auch immer einen Zugang zur übersinnlichen Dimension zu finden, da sein Verlust eine schmerzhafte Frustration bedeutet; und einem antagonistischen Bedürfnis alles zu verneinen, das uns an diese Dimension erinnern könnte, da es untragbar ist bei anderen das zu sehen, was uns selbst entgeht. Die übersinnlichen Botschaften können uns glücklicherweise dabei helfen das zu überwinden.

Es liegt an uns die Füße auf der Erde zu behalten, während die Augen auf die Sterne gerichtet sind…